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Was spielten Völker des Altertums?

05. September 2014 - maski

So lange, wie es die Menschheit gibt, wurde sie durch verschiedene Formen der Unterhaltung begleitet. Seit der Antike hat eine der Formen der Freizeitgestaltung an Bedeutung gewonnen, nämlich die Brettspiele.

So wie es heute eine Ehre ist, eine renommierte Auszeichnung wie z.B. den Oscar für Schauspieler oder den Nobelpreis für Wissenschaftler zu bekommen, war es früher ehrenhaft ein Brettspiel zu erhalten, hergestellt aus hochwertigen Materialien, das oft ein Kunstwerk in sich darstellte. Brettspiele sind nicht nur ein angenehmer Zeitvertreib, sie sind auch ein Teil unserer Geschichte.

Die ältesten Spiele der Welt

Die Heimat der Spiele ist Mesopotamien. Archäologen haben in dieser Region die ältesten Hinweise gefunden, die eindeutig sagen, dass Brettspiele unter den Völkern sehr verbreitet waren. Auch von den anderen Zivilisationen ist bekannt, dass Brettspiele einen gewisse Status hatten. Einige von ihnen wurden nur für die ranghöchsten Würdenträger reserviert, andere wiederum waren auch weit in den unteren sozialen Schichten verbreitet.

Viele Spiele die aus dem alten Ägypten stammen haben sich auch im antiken Griechenland verbreitet, und wurden dann durch die Römer weiter in viele andere europäische Länder gebracht. In den europäischen Kultur sind die meisten Spiele aus den orientalischen Zivilisationen weniger bekannt, obwohl diese Kultur eine Menge sehr interessante Brettspiele zu bieten hat.

Spiele als Spiegelbild einer Epoche

Spiele sind eine der interessantesten Quellen die vergangenen Zeiten beschreiben. Sehr oft spiegeln sie den Stil der Epoche oder die Überzeugungen und die Mode die in der Herkunftsregion herrschte wider. Zum Beispiel in einem der von in Schottland gefundenen Spielen aus ca. dem 5. Jahrhundert beziehen sich die vorhandenen Spielsteine auf die keltische Tradition und den Stil, der zu dieser Zeit auf den britischen Inseln verbreitet war.

Spiele sind manchmal auch ein Nebenprodukt des Krieges. Die frühesten Vertreter von ihnen spiegeln die Schlachten zwischen zwei Armeen von bestimmten Ländern, Regionen oder Familien wider. Aus diesem Grund, um die Generäle und andere hochrangige Soldaten für besondere Leistungen zu ehren, schenkte man ihnen oft ein Brettspiel. Bis zum heutigen Tag ist die Symbolik von Schlacht und Kämpfen in vielen enthalten, nicht nur in Brettspielen.

Die bekanntesten Spiele der Antike

"Das Königliche Spiel von Ur" gilt heute als das älteste Brettspiel überhaupt. Schon vor 5000 Jahren hat man in Mesopotamien dieses Spiel gespielt. Die Spielregeln, die wir heute für das Spiel verwenden, stammen jedoch aus anderen Ausgrabungen, die 177 v. Chr. verfasst worden sind.
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"Senet" Es ist das älteste bekannte ägyptische Brettspiel, die beliebteste Unterhaltung in der Regierungszeit der dritten Dynastie des alten Reiches (2686-2613 v.Chr.) Man spielte es in allen sozialen Schichten des damaligen ägyptischen Imperiums.

"Senet" hat sich stark an der Tradition und Religion orientiert: die Spielsteine stellten manchmal Tiere, die im alten Ägypten verehrt wurden dar und so wurden oft die Spiele zu wahren Kunstwerken. Die Bretter zusammen mit der Schachtel wurden aus Terrakotta, Elfenbein, Edelholz oder Alabaster gefertigt, die Versionen für die Armen waren meist aus Holz.

"Pachisi" Das Wort "Pachis" in der alten Sprache der Hindi bedeutet "fünfundzwanzig". Die Datierung dieses Spiel geht zurück auf ca. 500 Jahre vor Christus. Pachisi, überlebte jedoch bis zum heutigen Tag. Das beliebte Spiel "Mensch ärgere Dich nicht", das am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts in Deutschland entstand, ist eigentlich eine Form der "Wiedergeburt" dieses Spiels.

"Go" Obwohl das Spiel aus dem alten China kam (nach vielen Berichten, hat es der Kaiser Yao, der von 2357 bis 2255 vor Christus lebte entwickelt), gewann "Go" größte Popularität in Korea und in Japan, wo es immer noch gespielt wird.

Für die Fans des Go-Spiels ist es eine Mischung aus Wissenschaft, Kunst und Sport. Trotz der einfachen Struktur des Spielbretts (in 19 horizontale und vertikale Linien unterteilt, die 361 "Kreuzungen" bilden), ist es eine Herausforderung für alle helle Köpfchen.

"Wari (auch Warri oder Awari) Ein Brettspiel mit Ursprung Afrika, gehört zu der Gruppe der Mancala-Spiele. Es ist ein in ganz Afrika berühmtes Spiel. Die ältesten archäologischen Funde stammen aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. Das Spielbrett ist in zwei Schalen und 12 Mulden unterteilt. Das Spielprinzip ist relativ einfach. Da es zwei Schalen gibt, können nur zwei Personen am Spiel beteiligt werden. Das Ziel ist es, durch das Verlegen der Steine zwischen den Mulden 25 davon in die eigene Schale zu sammeln.

"Schach" Es ist ohne Zweifel das berühmteste Brettspiel der Antike. Es entstand wahrscheinlich zwischen 3. und 6. Jahrhundert in Persien, wurde aber erst im Zuge der Islamische Expansion im 7. Jahrhundert in Europa bekannt. Es ist ein strategisches Brettspiel: zwei "Armeen" stehen sich gegenüber und jede versucht den Gegenspieler matt zu setzen. Matt ist der Spielzustand, in dem der König durch gegnerische Figuren bedroht wird und keine Möglichkeit hat diesen auszuweichen.
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