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Hasardspiele - Fluch oder Glücksbringer?

08. September 2014 - maski

Das Wort kommt aus der arabischen Sprache "az-zahr", was Würfelspiel bedeutet. Hasard (Glücksspiel) sind Spiele, bei denen über Erfolg oder Misserfolg mehr oder weniger der Zufall entscheidet. Dabei ist das Thema des Spiels nicht nur auf Geld beschränkt, sondern kann auch z.B. Gegenstände oder Reisen usw. beinhalten. Es ist nicht jedem klar, dass nach dem Gesetz nicht nur Zahlenspiele, Lotterien, Bingo, Kartenspiele wie z.B. Black Jack, Poker, Würfelspiele, Tombola zu den Hasardspielen gehören, sondern auch Fernseh-Quiz Sendungen an denen man teilnehmen und telefonisch oder in Form von Kurznachrichten (SMS) zahlen soll.

Wer ist Hasardspieler?

Der Hasardspieler (andere Bezeichnung - Zocker) ist eine Person, die in einem Spiel teilnimmt bei dem das Spielergebnis in großem Maße per Zufall bestimmt wird und der dabei Geld oder andere Güter (materieller Natur oder auch Emotionen) riskiert.

Wie entstand Hasard im Laufe der Jahrhunderte?

Die Bestimmung der Herkunft des Glücksspiels ist extrem schwierig. Aus den historischen Überlieferungen ist jedoch bekannt, dass Hasard in allen alten Kulturen vorhanden war. Die ersten Spielwürfel wurden bei Ausgrabungen in Mesopotamien gefunden. Angeblich schon 4000 Jahren vor Christus haben babylonische Soldaten Pferderennen organisiert. 2300 Jahre vor Christus hat man in China oder 1500 vor Christus in Theben (Griechenland) um Sklaven gespielt. Beweise für das Glücksspiel findet man bei den Inschriften auf der Cheops Pyramide und in der Bibel (angeblich haben römischen Soldaten um das Gewand des am Kreuz sterbenden Christus gespielt).

Der überlieferungen nach haben Julius Cäsar und Marcus Antonius leidenschaftlich gern gewürfelt und ihr Nachfolger Caligula soll sogar mit "gezinkten" Würfeln gespielt haben. Wenn er doch verlor, kompensierte er seinen Verlust mit der Exekutionen von wohlhabenden Bürgern und der Beschlagnahme ihrer Güter.

Aber auch in neueren Zeiten war Hasard stark verbreitet. Historische Quellen berichten, dass z.B. im Jahr 1020 während des Treffens von König Olav, der Heilige von Norwegen, mit dem König von Schweden Olof Skötkonung, diese die Entscheidung über die umstrittenen Grenzen des Landkreises Hising den Würfeln überlassen haben.

Der russische Schriftsteller Fjodor Dostojewski (1821-1881) ist ein einzigartiges Beispiel des Hasardspielers. Der Vertrag mit dem Verlag für seinen neuen Roman "Der Spieler" besagt, wenn der Autor die Vollendung seines Werkes im Laufe der vorgeschriebenen Frist nicht einhält, dann wird der Verlag der einzige Eigentümer für alle seine zukünftigen Werke. Dostojewski hat diesen Roman im Jahr 1866 in Rekordzeit von nur einem Monat vollendet. Von dem erhaltenem Gewinn konnte er alle seine Kartenspielschulden ausbezahlen.

Das erste europäische Casino "Risotto" wurde im Jahr 1638 in Venedig eröffnet, mit dem Ziel, Glücksspiele während des Karnevals zu kontrollieren. Die Bedingung für den Eintritt in das Casino war jedoch das Anziehen einer Maske.

Die historische Hauptstadt des Glücksspiels ist Monte Carlo. Der Hasard ist für Monaco eine sehr wichtige Einkommensquelle. Die Einwohner des Herzogtums zahlen keine Steuern, es ist aber den Bürger nicht erlaubt in den Casinos zu spielen.

Ein wichtiges Ereignis in der Geschichte war im Jahr 1931 die Legalisierung des Hasard im amerikanischen Bundesstaat Nevada. Danach gab es eine rasante Entwicklung von Las Vegas, die bald als zweites, nach Monte Carlo, Welthauptstadt des Glücksspieles geworden ist.

Fazit

Wie man also sieht, ist und wahrscheinlich bleibt das Glücksspiel ein ständiger Begleiter bei der Entwicklung der Zivilisation. Das Beispiel von Fjodor Dostojewski zeigt, dass Hasard nicht für jeden der Fluch war. Das andere Beispiel - s. oben Landkreis Hising - zeigt, dass Hasard auch in der Lage ist "Probleme zu lösen". Die meisten Menschen sind jedoch der Meinung, dass Glücksspiel ein Verursacher des menschlichen Unglücks ist.

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