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Frustration mit Gewaltspielen abreagieren - ein natürliches Verhalten der Menschen?

02. Oktober 2014 - Justyna

Das Internetportal www.sciencedaily.com berichtet über eine Studie an der Ohio State University, die sich mit der Thematik der Beziehungen zwischen Kriminalität oder Frustration und Gewaltspielen beschäftigt.
Basierend auf einer Reihe von Experimenten hat Professor Brad Bushman zusammen mit seinem Studententeam entdeckt, dass Menschen, denen man die Möglichkeit nimmt, einen Betrug, einen Diebstahl oder eine andere rechtlich verbotene Handlung zu begehen, danach bei der Auswahl von Spielen, vermehrt zu Gewaltspielen neigen. Zu diesem Ergebnis führten mehrerer Experimente, die unter dem Vorwand einer normalen schulischen Prüfung an Studenten durchgeführt wurden.

Ein wenig Schiesserei und man fühlt sich sofort besser

An den Prüfungen haben mehr als 100 Studenten teilgenommen. Es wurde ein 30 Minuten dauernder Multiple-Choice-Test in Geschichte angekündigt. Jedem der Teilnehmer wurde der Testbogen in einem Umschlag überreicht, jedoch erhielt nicht jeder den gleichen Test. Eine Hälfte der Probanden bekam nämlich ganz normale Fragebogen, während die andere Hälfte Fragebogen mit bereits markierten Antworten erhielt. Bereits fünf Minuten nach Prüfungsbeginn hat der Prüfer den Test unter dem Vorwand, dass falsche Formulare verteilt worden seien, unterbrochen. Daraufhin erhielten die Teilnehmer neue Tests. Auch dieses Mal wurde die eine Hälfte der Tests mit und die andere Hälfte ohne markierte Fragen verteilt. Allerdings bekam nur die Hälfte der Studenten, die vorher die Chance zu betrügen hatten, diese Möglichkeit erneut. Die andere Hälfte bekam diesmal den Test mit den nicht markierten Fragen.

Nach der Prüfung bekamen die Studenten einen Fragebogen über Videospiele zum Ausfüllen. Dieser enthielt die Beschreibung von acht imaginären Spielen. Vier der Spiele wurden als gewalttätig eingestuft und die restliche vier der eher "friedlichen" Kategorie zugeteilt. Die Studenten wurden aufgefordert, auf einer Punkteskala von 1 bis 10 zu beurteilen, welche Spiele sie am liebsten spielen würden.
Es gab also drei Studentengruppen, die an diesem Experiment teilgenommen haben:

  • diejenigen, die nicht die Möglichkeit des Betruges hatten
  • diejenigen, die die Möglichkeit des Betrugs die ganze Zeit über hatten
  • diejenigen, denen die Möglichkeit des Betrugs wieder genommen wurde

Von diesen drei Gruppen zeigt eindeutig die dritte Gruppe der Studenten, dass sie den Wunsch hatten, ein gewalttätiges Spiel zu spielen.

Die Entdeckung der Beziehung zwischen Frustration und der Tendenz, Spiele zu spielen, die Gewalt beinhalten, deutet sich auch in einem anderem Experiment an. Diesmal betrifft der Test einen Diebstahl. Auch hier haben diejenigen, denen die Chance für eine Straftat vereitelt wurde, danach gewalttätige Spiele bevorzugt.

"...Unsere Ergebnisse helfen uns, zu verstehen, warum bei manchen Menschen die erste Wahl auf Unterhaltung fällt, die Gewalt beinhaltet. Diese Menschen wollen damit einfach Frustration abreagieren... " - sagte Professor Brad Bushman und führte weiter aus "...Die Prävention von Straftaten wie z.B. Diebstahl lösen Frustration aus. Dies ist ähnlich wie bei dem gescheiterten Versuch, ein begehrtes Ziel zu erreichen. Dies ist eine neue Entdeckung, die uns Erkenntnisse über die Ursachen für Frustration und Aggression liefert...."

"...Ich kann bestätigen, dass, nach einem anstrengenden Arbeitstag, das Spielen des Grand Text Auto - Spiels, eine "reinigende" Wirkung auf mich hat. Man sitzt hinter dem Steuer eines gestohlenen Autos, fährt und verursacht dabei verheerende Schäden auf der Straße. Ich bin also nicht überrascht, dass frustrierte Menschen zur Entspannung oft zu gewalttätigen Spielen greifen... ."

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