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Helfen Onlinespiele bei der Verbesserung der Gesellschaft mit?

19. August 2018 - Kris Maski

Studien zeigen, dass Computerspiele jungen Menschen helfen, sich darauf vorzubereiten, ein produktives und ausgeglichenes Leben zu führen. Dr. Kathy Sanford von der University of Victoria in Kanada führte in fünf Jahren ihrer wissenschaftlichen Laufbahn eine Studie über die Auswirkungen von Videospielen auf Jugendliche im Alter von 13-17 Jahren durch.

Sie stellte auf einer Konferenz über Geisteswissenschaften an der Universität von Columbia die Ergebnisse ihrer Arbeit vor. Bereits zu Beginn Ihrer Forschungsarbeiten hatte Sie festgestellt, dass Kinder, die Computerspiele spielen, mehr von ihnen profitieren, als von den Eltern erwartet wurde. "...Ich habe festgestellt, dass die Studienteilnehmer nicht nur an moralische und ethische Entscheidungen sorgfältig herangegangen sind, sondern in der Regel an alles, was im Spiel gemacht werden soll...", sagte Dr. Kathy Sanford dem Interviewer von poligon.com Portal. "...Ich habe diese Ergebnisse nicht erwartet. Die Teilnehmer haben bei ihrer Spieltätigkeit die Folgen ihres Handels berücksichtigt. Sie denken also über die aus ihren Entscheidungen entstehenden Folgen nach...."

Dr. Sanford behauptet, dass Eltern oft nicht mit Computerspielen vertraut sind und daher Angst haben, dass die Kinder in die virtuelle Welt eintauchen und dann nicht mehr in der Lage sind, die Anforderungen des realen Lebens zu erfüllen. Die Ergebnisse zeigen aber etwas ganz anderes. "...Bei den Entscheidungen, die die Spieler treffen, werden die Folgen beachtet. Dies bedeutet, dass das Denken und die Fähigkeiten, Probleme zu lösen, in vielen Fällen auch in die reale Welt- Schule oder Arbeit- übertragen werden..."

Dr. Sanford hat zwei Beispiele genannt. Der erste Fall betrifft einen Jungen, der das Spiel Guild Wars 2 gespielt hat. Er hat die Fähigkeiten, die er in diesem Spiel erworben hat, in den Schulprojekten eingesetzt. Sein Selbstvertrauen ist stark angestiegen. Dabei haben sich auch die zwischenmenschlichen Beziehungen und damit das Ansehen in der Schule bedeutend verbessert.
Ein weiterer Fall betrifft einen Jungen, den die in dem Spiel vorkommenden historischen Umstände so faszinierten, dass er sich mehrere Bücher gekauft hat, um mehr darüber zu erfahren. Nach Angaben von Dr. Sanford sind heute Computerspiele auch ein Tor zur Bildung von größeren Gemeinschaften, die die Möglichkeit der menschlichen Interaktion und Kreativität fördern.

"Shooter-Spiele", die sehr oft von Spielekritikern als Spiele mit einen negativen Einfluss auf junge Köpfe gesehen werden, haben ihre Vorteile" stellt Dr. Sanford fest. "...bei diesen Spielen geht es nicht nur darum, Menschen zu töten. Die Spieler sind vielmehr mit dem Lösen strategischer Fragen beschäftigt. Um Spielerfolge zu erzielen, müssen sie die Schwächen und Stärken des Gegners erkennen und auch lernen, zu verhandeln. Ich finde, dass dies mehr als das wahllose Schießen ist...."

Dr. Sanford stellt fest, dass Spiele viel besser geeignet sind, Kinder zu erziehen, als passive Unterhaltungsformen von Medien wie z.B. Fernseher. "...Die Spieler haben größere Einwirkung auf das Geschehen. Sie unterhalten sich über eigene Gefühle, wenn sie etwas getan haben, was für anderen negative Folgen haben kann. Sie fühlten sich damit nicht wohl. Ich denke, dass nicht jeder gleich reagiert. Meine Gespräche mit den Jugendlichen haben ergeben, dass diese in solchen Situationen Unbehagen fühlten und dies in der Zukunft vermeiden wollten...."

Emily Treat , eine leitende Produzentin bei "Games For Change", versucht, dass Spielen von Computerspielen als eine Aktivität darstellen, die den positiven Effekt auf das Leben und die Bildung fördert. "...Im Gegensatz zu der herrschenden Meinung, dass das Spielen angeblich eine passive Tätigkeit ist, sind Menschen beim Spielen aktiv...", sagte Emily Treat "...Man kann sich in Situationen begeben, die man noch nicht erlebt hat, die uns jedoch die Möglichkeit geben, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, um uns Empathie und Verständnis zu lehren für das, was andere erleben...." Weiter sagte sie "...Spiele geben den Menschen die Möglichkeit, Fehler zu machen, die Theorie in die Praxis umzusetzen und sie lehren uns, auf der Grundlage der gegeben Fakten , die richtigen Einschätzungen zu treffen...."

Dr. Sanford sagt abschließend: "...Es ist wichtig, dass Eltern, anstatt alle Spiele in einen Sack zu werfen, mit ihren Kindern über die Spiele sprechen und versuchen sollten, die im Spiel erlebten Gefühle und Erfahrungen des Kindes besser zu verstehen sowie mehr über den Inhalt des Spiels zu erfahren, da es sein kann, dass dieses hilfreich bei der Bildung und Erziehung des Kindes ist... ."

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