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Der erste Weltkrieg im Spiegel der Spiele

26 April 2016 - Maski

Spiele aus dem Krieg

Zwischen 1914 und 1918 erschien auf dem Spielemarkt eine wachsende Anzahl von Spielen, die den Krieg zum Thema hatten. Solche Spiele machten 8% der gesamten Produktion aus, vier Mal mehr als vor 1914. Zwischen Information und Propaganda angesiedelt, wurden die Spiele in Deutschland, Frankreich, England, den USA und auch in der Schweiz erfunden, hergestellt, verkauft und – gespielt. So hielt der Krieg Einzug in europäische Wohnstuben.

Vom 17. bis an das Ende des 19. Jahrhunderts widmeten sich Spielautoren und -verleger dem Thema Krieg hauptsächlich, indem sie traditionelle Spiele wie das Gänsespiel oder das Belagerungsspiel durch entsprechende Bilder aktualisierten. Erst um 1900 kamen Spiele auf, die eigens konzipiert wurden, einem bestimmten Krieg spielerisch nachzuvollziehen.

Die Spiele zum Erstem Weltkrieg rücken meist Deutschland und die Westfront in Frankreich in den Mittelpunkt. Der Anlass des Krieges auf dem Balkan, wo Österlich-Ungarn und das Osmanische Reich ihre Interesse gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen der Balkanvölker zu behaupten versuchten, und der Krieg gegen Russland geraten in den Hintergrund. Bis heute dominiert diese Sicht das Bild vom Erstem Weltkrieg.

Französische Spiel zeichnen sich häufig durch eine aggressive antideutsche Propaganda aus, die sich auch der Karikatur bedient. Deutsche Spiele heben eher die Leistungsender eigenen Truppen hervor. Bemerkenswert ist, das deutsche Spielverlage, wie vor dem Krieg auch, ihre Spiele in verschiedenen Sprachen herausgeben.

Auch in der Schweiz wurden Spiele zum Erstem Weltkrieg erfunden un hergestellt. Manche Spiele richteten sich direkt an die Schweizer Bevölkerung wie die Jasskarten zur Grenzbesetzung 1914/15 und « Wir halten fest! » der Editions SPES.

In manchen Spielen wird die Faszination für neue Militärtechnik deutlich: Flugzeuge, Zeppeline, und U-Botte, aber auch Kanonen (wie die "dicke Berta") und Handgranaten stehen im Mittelpunkt des Spielgeschehens.
Idem sie Elemente abstrakter Strategiespiele wie Schach, Dame oder Salta aufgreifen, nehmen manche Spiele die distanzierte Perspektive des Generalstabs ein, die das Grauen des Kriegsgeschehens nicht vermittelt.

Quelle: Spielmuseum in La Tour-de-Peilz in Schweiz

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