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Die Doppelnull - der Unterschied zwischen amerikanischem und europäischem Roulette

13 August 2018 - Edyta Choińska

Die Königsdisziplin unter den Casino-Spielen: Roulette. Wohl kaum ein Casino würde sich als solches bezeichnen, ohne auch Roulette anzubieten. Der Kessel und die Metallkugeln ziehen in den Casinos dieser Welt sämtliche Spieler Tag für Tag in ihren Bann. Dabei übt Roulette einen ganz besonderen Reiz aus, da es leicht zu verstehen ist und dennoch niemals an Spannung verliert. Ob Anfänger oder geübter Roulette-Spieler, alle starren in jeder Runde gespannt auf die kleine Kugel und warten voller Faszination auf das Ergebnis. Das Spiel basiert vollkommen auf dem Zufall, das Ergebnis kann somit nicht durch Geschick beeinflusst werden, und genau das ist es, was den Reiz des beliebtesten Casinospiels der Welt so ausmacht. Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Roulette-Arten entwickelt. Während die Online-Casinos im Internet eine scheinbar endlose Vielfalt an Roulette-Varianten anbieten, die speziell für das Internet entwickelt wurden, sind es noch immer das amerikanische und das europäische Roulette, das in fast jedem Casino – sowohl online als auch offline – angeboten wird. Dabei gibt es Regel- und Wahrscheinlichkeitsunterschiede, die man als Spieler vor der Wahl der richtigen Variante beachten sollte.

Die Entwicklung der Varianten

Das Spiel Roulette soll im 17. Jahrhundert in Frankreich seinen Ursprung gefunden haben, wo 1655 beim gescheiterten Versuch, ein Perpetuum mobile zu bauen, ein sich fast reibungsfrei drehendes Rad entwickelt wurde. Im 18. Jahrhundert verbreitete es sich und wurde zum beliebten Casinospiel in ganz Europa. Diese europäische Variante, die inzwischen auch auf der ganzen Welt gespielt wird, umfasst 37 Felder, darunter eine Null. Das amerikanische Roulette entwickelte sich in den Staaten schließlich als eine Abwandlung der europäischen Variante. Zurückzuführen auf den starken Profitgedanken der amerikanischen Casinobetreiber wurde in der amerikanischen Version die Doppelnull eingeführt, die dem Casinohaus eine immensen Vorteil verschaffen sollte.

Der Hausvorteil

Die Anzahl der Nullen stellt den entscheidenden Unterschied zwischen europäischem und amerikanischem Roulette dar. Im Vergleich zu den 37 Feldern des europäischen Kessels, umfasst die amerikanische Variante durch die Ergänzung der Doppelnull 38 Felder, was sich enorm auf die Gewinnwahrscheinlichkeiten des Spielers ausschlägt. Sowohl die Null als auch die Doppelnull stellen den Hausvorteil des Casinos dar, da nur gesondert auf sie gesetzt werden kann und diese aus den meisten Zahlengruppen, auf die gesetzt wird, ausgeschlossen sind. Wer auf Rot oder Schwarz setzt, hat durch das Vorhandensein der farbneutralen Null nicht eine 50-50-Chance, sondern lediglich eine Gewinnwahrscheinlichkeit von 48,65%, der Hausvorteil liegt bei 2,7%. Dies ist im europäischen Roulette der Fall, anders sieht es in der amerikanischen Variante aus. Durch die zweite Null wird die Gewinnchance für das Casino deutlich erhöht. Dieses erfreut sich in Amerika über einen Hausvorteil von ganzen 5,26%. Steht man vor der Wahl, amerikanisches oder europäisches Roulette zu spielen, sollte daher das europäische gewählt werden.

Weitere Abweichungen

Zwar stellt die Ergänzung der Doppelnull den markantesten Unterschied zwischen europäischem und amerikanischem Roulette dar, allerdings bestehen noch weitere Abweichungen. Zum einen sind die Zahlen im Roulettekessel unterschiedlich angeordnet. Durch das zusätzliche Feld wurde die gesamte Anordnung verändert, auch die Farben der Zahlen unterscheiden sich zum Teil, sodass die 26 in Europa schwarz ist, in der amerikanischen Version allerdings rot. Ein weiterer markanter Unterschied stellt die Regel „En Prison“ dar, die in der europäischen, nicht jedoch in der amerikanischen Version gilt. Auch hier hat es Amerika geschafft, sich einen weiteren Vorteil gegenüber dem Spieler zu verschaffen. Fällt die Kugel auf die Null, werden Wetten mit einfacher Chance, wie etwa die Zahlenwette, eingefroren und verbleiben auf dem Tisch, bis wieder eine Zahl zwischen 1 und 36 fällt. Diese Möglichkeit des „Einfrierens“ entfällt in der amerikanischen Version. Fällt die Kugel auf eine der Nullen, sind alle Einsätze verloren. Wieder ein Vorteil für das Haus.

Zwar unterscheiden sich das amerikanische und europäische Roulette auf den ersten Blick nur im Detail, allerdings handelt es sich um Details, die sich immens auf die Gewinnwahrscheinlichkeiten des Spielers auswirken. Sollte man die Wahl zwischen der amerikanischen und der europäischen Version haben, ist somit das europäische Roulette aufgrund der geringeren Hausvorteils zu empfehlen.

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