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Zieht Microsoft bei der Xbox Series X den Preisjoker?

31 Mai 2020 - Josh Mishin

Onlinespiele für den Browser und mobile Games liegen nach wie vor im Trend, aber in diesem Herbst blicken Zocker und die Branche wohl in erster Linie auf die neuen Konsolen von Microsoft und Sony, die mit der Xbox Series X bzw. der PlayStation 5 an den Start gehen. Der Kampf der Konsolen geht in eine neue Runde – und wie er ausgeht, ist diesmal besonders schwer vorauszusagen. Nachdem Sony mit der PS4 in der aktuellen Generation eindeutig als Sieger vom Platz gegangen ist, gehen einige davon aus, dass die Japaner das als Schwung mitnehmen können, doch ein Blick in die vergangenen Jahre beweist eher das Gegenteil.

Spätestens mit der PlayStation 2 eroberte Sony die Spitze der Konsolencharts, nachdem vorher vor allem Nintendo noch als Marktführer galt. Den Erfolg konnte man mit der PS3 aber nicht unbedingt ausbauen, stattdessen sicherte sich Microsoft mit der Xbox 360 quasi aus dem Nichts einen mehr als nur respektablen Marktanteil. Doch die Redmonder konnten davon bei der darauffolgenden Konsolengeneration ebenfalls nicht profitieren. Als man 2013 die Xbox One als Multimediazentrale präsentierte und Spieler mit möglicher Onlinepflicht als auch Gebrauchtspielsperre schockierte, hatte Sony mit der PlayStation 4 leichtes Spiel. Allein der Slogan "For the Players" reichte, um Microsoft auszukontern. Mittlerweile wurden von der PS4 fast 110 Mio. Exemplare abgesetzt, was im Vergleich zur PS2 mit ihren 160 Mio. Stück zwar wenig ist, in einem Markt, in dem mobile Games für Aufruhr sorgen, aber durchaus eine Hausnummer ist – vor allem, wenn man an die PlayStation 3 mit ihren 85 Mio. verkauften Einheiten denkt.

Die Xbox One erfüllt ihre Erwartungen nicht

Während der Trend bei Sony also nach oben zeigt, sieht das bei Microsoft auf den ersten Blick wie gesagt etwas anders aus. Die erste Xbox war mehr ein Versuchsballon, doch die Xbox 360, die ohne nennenswerter Fanbasis genauso wie die PS3 etwa 85 Mio. mal verkauft werden konnte, zeigte, dass der US-Konzern durchaus in der Lage ist, auch im Konsolenmarkt erfolgreich mitzumischen. Vielleicht war man daraufhin zu selbstsicher und dachte, die Xbox One sei ein Selbstläufer. Doch am Ende sieht es anders aus: weniger als 50 Mio. Verkäufe dürften für die Manager im Großen und Ganzen eine Enttäuschung sein, wenngleich der Onlinedienst Xbox Live oder der Xbox Game Pass hervorragend laufen und Zahlen abliefern, die Sony mit seinen Angeboten auf den zweiten Platz verweisen.

2020 werden die Karten jedenfalls neu gemischt und für Microsoft als auch Sony steht eine Menge auf dem Spiel. Kann eine neue stationäre Konsole auch heute noch die Spielergemeinde in dem Maße mobilisieren, wie es die letzten Jahrzehnte möglich war? Oder liegt die Gaming-Zukunft doch eher bei Smartphones oder Hybrid-Geräten wie der Nintendo Switch?

Für Sony ist ein Erfolg Pflicht

Während die Redmonder breit aufgestellt sind und mit Software und der Azure Cloud unglaublich erfolgreich sind, strahlt der Stern von Sony schon lange nicht mehr so hell. Der Bereich TV/Hifi schwächelt gegenüber der koreanischen Konkurrenz von Samsung und LG, die Smartphone Sparte steht immer wieder kurz vor dem Aus und das Filmgeschäft leidet unter der Coronakrise.

Während die bislang bekannten Infos zur Hardware von Xbox Series X und PS 5 auf eine ähnliche Leistung schließen lassen, wird am Ende evtl. der Preis der Konsolen den Kampf mitentscheiden. Und da hat Microsoft derzeit einfach den längeren Atem und kann sich deutlich entspannter eine subventionierte Xbox leisten als Sony eine PlayStation. Beide Hersteller müssten ihre Geräte Experten zufolge für rund 500 US-Dollar verkaufen, um die verbaute Hardware zu finanzieren. Ob einer von beiden diesen Preis unterbietet, erfahren wir spätestens im Herbst.

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