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Die Psychologie der Wahl: Warum sind Slots so attraktiv?

18 Juni 2020 - Michael Stallings

Spielautomaten sind heute so beliebt, wie noch niemals zuvor. Auf der Straße kann man kaum auf einen Menschen zwischen 18 und 30 Jahren treffen, der das Glücksspiel in irgendeiner Art und Weise noch nicht ausprobiert hat. Heute kann man Automatenspiele kostenlos im Internet finden und muss nicht zwangsläufig ein Risiko eingehen, um in den Genuss von diesen hinreißenden Spielen zu kommen.

Auf den ersten Blick machen Automatenspiele einen sehr unscheinbaren Eindruck. Es gibt sehr wenig Anspruch an den Spieler. Er muss einfach seine Einsätze festlegen und eine Walzendrehung veranlassen. Der Spieler muss sich nicht durch Geschick, Logik, Strategie oder irgendeine aktive Handlung beweisen. Man drückt einfach auf einen Knopf und wartet den Spielausgang ab. Es stellt sich die Frage: Woher kommt eine derart hohe Beliebtheit?

Psychologischer Aspekt und Spielsucht

Ja, ja das ist kein Hirngespinst! Von diesen kleinen Spielen mit scheinbar nur sehr wenigem Anspruch kann man wie von einer richtigen Droge süchtig werden. Viele werden sich jetzt fragen, wie das denn gehen soll, denn schließlich wirken bei der Einnahme von Drogen richtige Substanzen auf den Körper ein. Bei Spielautomaten drückt man dagegen einfach nur einen Knopf und starrt auf den Bildschirm.

Das alles ist sehr leicht zu erklären. Bei Automatenspielen geht es um den persönlichen Erfolg. Nach einem Erfolgserlebnis schüttet der Körper Glückshormone aus und der Spieler fühlt sich wohl. Sobald der Spieler sich psychisch an das tägliche Glücksspiel gewohnt hat und einen Abend mal nicht spielt, schlagen die Rezeptoren Alarm, weil dem Körper diese Glückshormone fehlen. Der Spieler empfindet ein Gefühl von Diskomfort und es werden Stresshormone ausgeschüttet. Aus diesem Grund kann man von einer nachweislichen Sucht sprechen. Stark betroffene Spieler können in solchen Momenten nicht still sitzen und sind bereit ihren letzten Cent zu verspielen, um einfach nur in den Zustand des Wohlgefühls zu gelangen.

Psychologischer Anreiz und eine wagemutige Gefühlsachterbahn

Selbstverständlich ist der Anreiz sehr groß, bei Automatenspielen einen richtigen Jackpot mit vergleichsmäßig kleinen Einsätzen zu gewinnen. Die Aussicht nach dem Big Win lässt den Spieler Hormone, wie zum Beispiel Endorphine, ausschütten. Dank einem übermäßigen Ausstoß von Endorphinen ist der Spieler bereit, über Leichen zu gehen, und nimmt kleine Verluste gerne in Kauf. Es gibt stets nur den Blick nach vorne, Richtung Jackpot. Kleine Zwischengewinne fördern diesen Zustand und verhindern eine große Enttäuschung, die mit Stresshormonen zusammenhängen würde. Die Spannung wird gehalten. Sollte es zu einem mehr oder weniger großen Gewinn kommen, dann verfällt der Spieler in Freude und es wird eine ganze Welle von Dopamin freigesetzt. Der Körper merkt sich dieses Erlebnis und verbindet ihn zwangsläufig mit dem Spielautomaten. Meistens finden die Leute genau die Automaten so gut, an denen sie bereits einen oder mehrere gute Gewinne erzielt haben.

Abhängig von dem Spieler und von der Situation im Spielverlauf können eine Menge weiterer, körpereigener Botenstoffe ausgeschüttet werden, die für eine richtig gute Unterhaltung sorgen. Spieler, die direkt am Anfang ihrer Spielerkarriere fast ausschließlich Verluste erleiden, werden Glücksspiele in Zukunft wahrscheinlich weniger in Anspruch nehmen. In einer Verlustsituation werden Stresshormone wie Kortisol ausgeschüttet. Kortisol frisst unter anderem Baustoffe, die für die Bildung von Testosteron benötigt werden und verursacht Depressionen.

Fazit

Spielautomaten kann man als kleine Psycho-Spiele bezeichnen. Meistens sind sie im Aufbau so raffiniert gestaltet, dass sie unterbewusst eine große Wirkung verursachen. Zum Beispiel können sich die Walzen schneller oder langsamer drehen, wenn man nur noch ein Zeichen für eine gute Kombination braucht. Die Rollen können aufleuchten oder die Musik kann gewechselt werden. Besonders Bonus-Runden oder Freispiele lassen alleine von ihrer Gestaltung her die Herzen schneller schlagen. Man sollte stets im Hinterkopf haben, dass das Haus im Endeffekt immer gewinnt und niemals mehr auf das Spiel setzen, als man verkraften kann zu verlieren.

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